
Die Kulturlandschaft der thüringischen Vorderrhön kennzeichnet ein eng vernetztes Mosaik aus Grünländern, Hecken und naturnahen Wäldern. Die Arten- und Strukturvielfalt sowie die Vernetzung und Ausdehnung der Lebensräume dieser Region ist von bundesweiter Bedeutung.
Das im Biosphärenreservat Rhön gelegene Projektgebiet ist durch die beeindruckenden, durch jahrhunderte lange Schafhutungen entstandenen Kalk-Magerrasen geprägt. Diese sind aufgrund ihrer floristischen und faunistischen Ausstattung von besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung. Gefährdet sind diese Flächen vor allem durch die seit 1990 geänderten Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft und dem damit verbundenen Rückgang der Weidetiere, vor allem der Rinder und Schafe.
Der Erhalt der Kalk-Magerrasen durch Schafbeweidung und ihre Wiederherstellung mit all ihren Varietäten steht im Mittelpunkt des Naturschutzgroßprojektes (NSGP) „Thüringer Rhönhutungen“, welches im Dezember 2002 mit der Förderphase I (Erstellung eines Pflege- und Entwicklungsplans) gestartet wurde.
Durch Herdenerweiterungen, Wiederherstellung von Flächen und einem Katalog weiterer Maßnahmen verschiedenster Art soll in der Förderphase II (Dezember 2005 – 2013) dem Ziel, die beeindruckende Kulturlandschaft der Vorderrhön langfristig zu erhalten, näher gerückt werden.
Der Landschaftspflegeverband „BR Thüringische Rhön“ e.V. hat die Trägerschaft des Naturschutzgroßprojektes "Thüringer Rhönhutungen" übernommen.
Dieser Verband ist im Dachverband, dem Deutschen Verband für Landschaftspflege (DVL) organisiert.